Der Pferdehuf
Der Huf ist ein das Zehenendglied umschließendes Horngebilde. Der Begriff wird normalerweise für das Zehenendorgan der Unpaarhufer (Pferde, Esel und Zebra) verwendet, bei Paarhufern spricht man von Klauen. Vergleichend-anatomisch entspricht der Huf dem Fingernagel des Menschen. Der Huf ist eine modifizierte äußere Haut, bei der die Unterhaut außer im Bereich der Polster fehlt und die Epidermis stark verhornt ist.
Der Huf des Pferdes ist von zentraler Bedeutung für seine Gesundheit. Er muss nicht nur in der Lage sein, das Gewicht des Pferdes zu tragen, sondern darüber hinaus die Stoßwirkung jedes Schrittes und Sprungs abfedern, um bleibende Schäden an den Gelenken zu verhindern. Darüber hinaus ist er durch seinen Aufbau in der Lage, die Durchblutung des Hufes unter Belastung nicht nur zu gewährleisten, sondern sogar zu verstärken. Im Wesentlichen besteht der Huf im vorderen Bereich aus einem recht starren Teil, der einen festen Stand gewährleistet, und dem hinteren Teil, der vor allem für die Stoßbrechung zuständig ist.
Hufmechanismus
Unter dem Hufmechanismus versteht man die elastische Reaktion des Hufes auf Belastung. Entgegen dem ersten Eindruck den man von einem Pferdehuf hat, ist dieser keineswegs starr, sondern reagiert flexibel auf Belastung. Beim Aufsetzen des Hufes wird der vordere Kronbeinrand nach hinten unten gezogen und die Ballen werden auseinander gedrückt, so dass auch der Strahl Kontakt zum Boden bekommt und dadurch an die in der Lederhaut liegenden Nervenenden Informationen über die Bodenbeschaffenheit weitergeben kann. Durch das Zusammenziehen der Ballen bei Entlastung wird ein Effekt wie bei einer Saugpumpe ausgelöst, der die gute Durchblutung des Hufes gewährleistet und bei hoher Belastung einen entscheidenden Anteil an der Gesamtdurchblutung der Beine hat. Daher wird von den Hufen auch als den vier zusätzlichen Herzen des Pferdes gesprochen.
Hufpflege
Für die Gesundheit des Hufes ist eine gesunde Ernährung und eine saubere Box von hoher Bedeutung. Zu viel Ammoniak durch Urin in der Einstreu, Nässe und Schmutz führen schnell zu Huffäule, zu trockene Hufe werden schnell brüchig. Um Entzündungen und Druckstellen zu vermeiden muss der Huf regelmäßig auf Fremdkörper, wie zum Beispiel eingetretene Steine, überprüft und von Verschmutzungen gereinigt werden.
Hufschutz
Da das Pferd nur in Ausnahmen die Bewegung zugestanden bekommt, die es auch in Freiheit hat und es zudem meist auf Böden bewegt wird, für die der Huf nicht geschaffen ist, stimmen Hufwachstum und Hufabrieb nicht mehr überein, so dass der Mensch hier korrigierend eingreifen muss. Ist der Abrieb stärker als das Wachstum, muss der Huf mittels Hufeisen, Kunststoffbeschlag oder Hufschuh geschützt werden, im umgekehrten Fall muss ein Hufschmied oder anderer Huffachmann durch eine Bearbeitung korrigierend eingreifen. Zudem können Fehlstellungen des Pferdes, die normalerweise zum vorzeitigen Verschleiß der Gelenke führen würden, erkannt und korrigiert werden. Jeder Hufschutz, besonders das Hufeisen, schränkt jedoch den Hufmechanismus ein.


